Projektumsetzung "SariSari - Papa ist so lange weg"

 

 

 

Ich hatte Ayleen in ihrem Haus aufgesucht um mit

ihr die Planungen für den SariSari Store zu besprechen.

 

Dabei habe ich erfahren, dass sie und ihre Kinder

ihren Papa schon mehr als ein halbes Jahr im Gefängnis

nicht mehr besuchen konnte => kein Geld für die Fahrt

dorthin und auch kein Geld, um dem Papa etwas

Essen mit zu bringen.

 

Hintergrundinformationen:

 

Der Mann von Ayleen sitzt im Davao City Jail zusammen mit mehr als 2000 Gefangenen.

Das Essen ist mehr als miserabel !!!

Normalerweise bringen Verwandte bei ihren

Besuchen Essen, Getränke und etwas Geld mit.

Denn Gefangene betreiben mit Genehmigung der Gefängnisleitung kleine „Geschäfte“.

Verkaufsläden für Seife, Schampoo, …., Friseur,

versch. Essensstände, Getränkestände, Karaoke-Singing…..

 

Mit den Erlösen unterstützen die Gefangenen ihre Familien „draußen“. Wer keine Verwandtenbesuche erhält, muss mit dem „Gefängnis fraß“  auskommen.

 

Gefängnisinsassen, deren Verwandte es sich leisten können, Geld und Essen mit zu bringen,

haben“ ein besseres Leben“.

 

Besucher werden von allen Seiten um Hilfe und

Spenden angesprochen.

 

 

Ich hatte deshalb Ayleen 2000 Peso überreicht mit denen sie

Essen einkaufen kann und zusammen mit ihren Kindern

den Papa besuchen können. Es wird eine riesig freudiges - aber dann, n

ach dem Besuch, auch ein trauriges Erlebnis für die Familie.

 

Ayleen hat vor Freude fast geweint !

 

Dort wo Ayleen steht, dort sollte der SariSari Store

bebaut werden. Eisentürchen zur Warenausgabe, Eisensicherungen,

Schließklappe für nachts, Ladentisch und mehrere Regale u.a.m.

 

Ayleen selbst sollte sich inzwischen Gedanken machen, welche Produkte

sie in ihrem Laden dann verkaufen möchte und die auch im Elendsviertel

benötigt werden. So z.B u.a. Salz, Pfeffer, Mehl, Sojasauce, Lorbeer

u.a. in kleinste Tütchen verpackt. Sie wird im Großmarkt,

nach unserer Anleitung kg- Portionen kaufen und dann zusammen

mit ihren Kindern „umtüten“. Z.B. 10 Pfefferkörner in ein Tütchen,

3 Löffelchen in ein Tütchen, 20 g Mehl/Salz/Zucker jeweils in ein Tütchen,

Sojasauce in ein Tütchen u.s.w. .

Kunden im Elendsviertel können sich keine großen Mengen

leisten - da kein/wenig Geld.

 

 

Zuerst wurden die notwendigen Holzarbeiten

für den SarSari - Store erledigt.

 

 

Nachdem sämtliche Holzarbeiten fertig gestellt

wurden, haben wir jetzt mit den Fenstersicherungsarbeiten aus

Eisen begonnen.

 

Alle Arbeiten wurden/werden ohne elektrische Hilfsgeräte, Alles per Handarbeit, durchgeführt !!!

 

Lediglich ein Schweißgerät musste angemietet werden.

 

Es erfolgte eine Lieferung von mehreren Eisenstangen, aus denen die Fenstersicherung „gebaut“ wurde.

 

Nach der Fertigstellung, auch mit einem

schwingbaren „Öfflungsfensterchen“ (Durchreiche) wurde die ganze „Anlage“ grundiert und angestrichen.

 

Anschließend wurde die

Store-Fenstersicherung montiert.

 

 

Der Großeinkauf für die Erstausstattung des SariSari Stores.

 

Ailyn war mächtig nervös und aufgeregt. Seit 2 Wochen war sie

dabei eine Liste zusammen zu stellen, die dann in

einem „Großmarkt“ „abgearbeitet“ wurde.

 

Zuerst einmal ein 50 kg Sack hochwertiger Reis und ein

weiter 50 kg Sack Reis mittlerer Qualität.

Dazu noch eine entsprechende Waage

 -  die, so ist es hier halt üblich  -

„etwas“ präpariert werden musste.

Schließlich soll der Verdienst ja stimmen.

 

 

 

               Dann ging es ab in den „Großmarkt“.

Die ganze Einkaufsaktion dauerte fast 3,5 Stunden !

 

Eingekauft wurden jeweils klein eingepackte Mengen (Seife, Shampoo, Süßigkeiten, Lebensmittel, kleine Dosen, Soja Sauce in Großflasche zum Umfüllen in kleine Löffel-Portionen ….),

denn im Elendsviertel können sich ihre Kunden

nur kleine Mengen leisten.

 

                          

 

Seit mehr als 3 Wochen ist Ailyn dabei zu lernen,

wie sie nicht nur verkauft, sondern besonders,

wie sie anschließend die Tageseinnahmen richtig aufteilt. Ein einfacher großer Taschenrechner

musste natürlich gekauft werden.

 

Anschießend, stundenlanges studieren des

Einkaufsbons. Wie teuer im Einkauf, wie viel

kann ich den Artikel anbieten ? Vergleiche  -  Rundgehen, für wie viel bieten „andere“ im Elendsviertel diese Artikel an ?

Welchen Gewinn kann ich bei diesem oder

jenem Artikel machen ? Lohnt es sich dies oder

das an zu bieten ? Mit welchem Artikel

kann ich „andere“ „ausstechen“?

Kann ich etwas Neues, was andere nicht

haben, anbieten ?

 

Alles nicht so einfach. Wir haben ihr viel geholfen

und hoffen auf einen guten Start!

 

Und auf eine erfolgreiche Fortsetzung  - 

es ist Ailyn`s einzige große Chance !!!

 

Intensive Gespräche und immer wieder

„Aufschreiben“, immer wieder „Beispiele“

für die Verwendung

der Tageseinnahmen:

 

1.      Rücklage für Neu-Einkauf

2.      Rücklage für Strom und Wasser

3.      Rücklage für Notfälle (Medikamente, Arzt …)

4.      Rücklage für Besuche im Gefängnis

         (Fahrtkosten mit Kindern, Essenmitnahme …)

5.      Der Rest dann für das tägliche Leben für sie und              ihre Kinder

 

Für den Schulbesuch der Kinder wird es

wohl nicht reichen.

 

 

Zu Hause dann konnte ich Ailyn in Ruhe alle die vielen

Mädchen/Jungen, Schülergruppen, Firmen und

die Eltern-Klasseninitiative der Klasse 8b vorstellen und beschreiben.

 

Ailyn selbst war ganz durcheinander, teilweise sogar verwirrt

und konnte Alles noch gar nicht so richtig begreifen.

 

Aber sie war so froh, glücklich und für ihre und ihrer Kinder

Zukunft jetzt so zuversichtlich.

 

Was wird das auch für eine große Freude, als sie ihrem

Mann im Gefängnis von dieser so bedeutenden Hilfe

aus St. Maximin erzählen konnte. Und in Zukunft kann sie

ihre Kinder und auch Essen mitbringen.

 

 

Und dann eine weitere Überraschung !!!

 

Ein eigenes Transparent für ihren

SariSari-Store !

 

 

Ein so wichtiger Tag im Leben von Ailyn, ihren Kindern und ihrem Mann im Gefängnis !

 

Ich habe ihr im Namen all der vielen Helfer in und rund um St. Maximin liebe Grüße ausgerichtet, ihr viel Glück

und zahlreiche „Stammkunden“ gewünscht und ermuntert jetzt auch einmal „lachend“ und mit Fröhlichkeit

in die Zukunft zu schauen. Denn sie selbst und besonders die Kinder haben dies verdient - nach all dem, was sie in

diesem und letztem Jahr alles durchmachen mussten.

 

Sie haben ein eigenes Zuhause, keiner kann sie

mehr „wegwerfen“ Allein dies Sicherheit ist schon

sooo viel wert.

 

Mit Selbstdisziplin und jetzt klugem Geschäftsgebaren kann Ailyn zusammen mit der Hilfe ihrer Kinder die noch

11 Jahre Gefängnis von ihrem Mann  -  nicht nur „überleben“  - sondern diese Zeit zusammen mit ihrer Familie LEBEN.

 

Danke, Danke an Alle, die dieses Angalan-Projekt

und seine Umsetzung ermöglicht haben. Danke für finanzielle Unterstützungen, Danke für die vielen „Kupermünzaktionen“ vieler Schülerinnen/Schüler

 und Kindergruppen.

Danke für tolle Aktionsideen der Klasse 8b mit ihrer Klassenleiterin Frau Joksch-Uhl, Danke der Elternschaft und den Schülern der Klasse 8b, die unter Federführung von Frau Richertz-Klein und Frau Pfeiffer so engagiert und zeitintensiv sich für dieses Projekt eingebracht haben.

 

                                             ES HAT SICH GELOHNT !

 

 

Video zum Projektergebnis "SariSari-Store" Teil 1

Video zum Projektergebnis "SariSari-Store" Teil 2